Zuletzt aktualisiert am 21. August 2026 von Tim Peters, Gründer von grosse-menschen.info
Wer zwei Meter groß ist, kennt diesen Moment wahrscheinlich ziemlich gut: Man setzt sich im Flugzeug auf seinen Economy-Sitz, versucht die Beine halbwegs normal zu positionieren – und stellt fest, dass dafür eigentlich kein Platz vorgesehen ist.
Die Knie berühren den Vordersitz oder passen teilweise kaum dahinter. Die Sitzposition lässt sich nur schwer verändern. Und wenn die Person vor einem ihre Rückenlehne nach hinten stellt, wird es endgültig eng.
Ich bin selbst 2,00 Meter groß und habe genau dieses Problem beim Fliegen immer wieder erlebt.
Natürlich gibt es in vielen Flugzeugen Sitzplätze mit mehr Beinfreiheit. Nur werden diese meist als kostenpflichtiges Komfort-Upgrade verkauft.
Und genau deshalb habe ich eine Petition gestartet.
Körpergröße ist kein Upgrade.
Wer aufgrund seiner Körpergröße mehr Platz für seine Beine benötigt, sollte meiner Meinung nach nicht erheblich mehr bezahlen müssen, nur um halbwegs vernünftig sitzen zu können.
✈️ Mehr Beinfreiheit für große Menschen
Unterstütze die Petition und hilf dabei, das Thema bei den Fluggesellschaften sichtbar zu machen.
Worum geht es bei der Petition?
Die Petition richtet sich an die Geschäftsführungen und Vorstände großer Fluggesellschaften wie Lufthansa Group, Eurowings, Condor und TUIfly sowie an weitere relevante Airlines.
Die zentrale Forderung lautet:
Besonders große Menschen – beispielsweise ab etwa 1,90 Meter Körpergröße – sollen vorhandene Sitzplätze mit deutlich mehr Beinfreiheit ohne den üblichen Extra-Legroom-Aufpreis oder zumindest stark vergünstigt nutzen können.
Dabei geht es ausdrücklich nicht um kostenlose Business Class und auch nicht darum, dass große Menschen grundsätzlich die teuersten Sitzplätze geschenkt bekommen.
Es geht um eine faire und praktikable Lösung für Menschen, die aufgrund ihrer Körperproportionen schlicht mehr Platz für ihre Beine benötigen.
So könnte eine faire Lösung aussehen
- Für einen aufgrund der Körpergröße benötigten Sitzplatz mit zusätzlicher Beinfreiheit sollte höchstens die Gebühr einer normalen Sitzplatzreservierung verlangt werden.
- Pro Flug könnte ein begrenztes Kontingent geeigneter Sitzplätze für besonders große Passagiere vorgesehen werden.
- Werden diese Plätze nicht benötigt, könnten sie beispielsweise 48 Stunden vor Abflug wieder für alle Passagiere freigegeben werden.
- Die Berechtigung sollte unkompliziert über die Körpergröße nachweisbar sein – ohne medizinische Gutachten oder unnötige Bürokratie.
- Die Sicherheitsanforderungen für Sitzplätze am Notausgang müssen selbstverständlich weiterhin vollständig gelten.
- Je nach Flugzeug könnten neben Notausgangsplätzen auch andere Extra-Legroom-Sitze oder Reihen mit größerem Sitzabstand berücksichtigt werden.
Damit müssten Fluggesellschaften ihre Flugzeuge nicht umbauen. Es geht zunächst um die Frage, wie bereits vorhandene Plätze mit mehr Beinfreiheit vergeben und bepreist werden.
Zusätzliche Beinfreiheit ist nicht für jeden dasselbe
Natürlich freut sich fast jeder Passagier über mehr Platz im Flugzeug.
Der Unterschied liegt aber darin, warum jemand diesen Platz benötigt.
Für einen durchschnittlich großen Menschen können zehn Zentimeter zusätzliche Beinfreiheit ein angenehmes Komfort-Extra sein.
Für jemanden mit 1,95 oder 2,00 Metern Körpergröße können dieselben Zentimeter darüber entscheiden, ob die Beine überhaupt sinnvoll zwischen Sitz und Vordersitz passen.
Wer das Problem aus eigener Erfahrung kennt, findet in meinem ausführlichen Ratgeber „Fliegen als großer Mensch – Tipps für mehr Beinfreiheit im Flugzeug“ bereits verschiedene Möglichkeiten, beim Fliegen etwas mehr Platz zu bekommen.
Dazu gehören unter anderem:
- Sitzplätze am Notausgang,
- die erste Sitzreihe,
- XL- und Extra-Legroom-Sitze,
- Premium Economy
- und als Notlösung zumindest ein Gangplatz.
Das grundsätzliche Problem bleibt jedoch bestehen: Viele dieser Optionen kosten zusätzlich.
Warum sollte ein großer Mensch für seine Körpergröße mehr bezahlen?
Das ist für mich die entscheidende Frage.
Ein Mensch mit zwei Metern Körpergröße zahlt für sein Flugticket grundsätzlich denselben Preis wie andere Passagiere.
Er hat sich seine langen Ober- und Unterschenkel aber nicht ausgesucht.
Trotzdem entsteht häufig genau die Situation, dass dieser Passagier noch einmal zusätzlich bezahlen muss, um überhaupt eine einigermaßen normale Sitzposition einnehmen zu können.
Natürlich ist es legitim, dass Fluggesellschaften für echte Komfortleistungen Geld verlangen. Lounge-Zugang, Priority Boarding, besondere Mahlzeiten, freie Nebensitze oder eine höhere Reiseklasse sind klassische Premiumprodukte.
Aber notwendiger Platz für den eigenen Körper ist aus meiner Sicht eine andere Kategorie.
Für manche ist zusätzliche Beinfreiheit Komfort. Für sehr große Menschen ist sie schlicht Platzbedarf.
„Dann buch doch einfach einen XL-Sitz“
Das ist wahrscheinlich einer der naheliegendsten Einwände.
Und natürlich machen viele große Menschen genau das.
Auch ich versuche beim Fliegen möglichst einen Platz am Notausgang, in der ersten Reihe oder einen anderen Sitzplatz mit zusätzlicher Beinfreiheit zu bekommen.
Das Problem ist nur: Wenn aus einem körperlichen Bedarf bei jedem Flug eine kostenpflichtige Zusatzleistung wird, können sich die Kosten schnell summieren.
Hin- und Rückflug, mehrere Teilstrecken oder mehrere Flugreisen pro Jahr – aus einer einzelnen Sitzplatzgebühr wird dann schnell ein erheblicher zusätzlicher Betrag.
Hinzu kommt, dass nicht jeder als „Extra Legroom“ beworbene Platz automatisch für Menschen mit sehr langen Beinen optimal ist.
Wer konkrete Tipps zur Sitzplatzwahl sucht, sollte deshalb zusätzlich meinen Ratgeber über Flugzeugsitze und Beinfreiheit für große Menschen lesen.
Warum wird in der Petition eine Größe von etwa 1,90 Meter genannt?
Die genannten 1,90 Meter sind als möglicher Orientierungspunkt gedacht – nicht als unumstößliche Grenze.
Wie ungewöhnlich eine bestimmte Körpergröße tatsächlich ist, hängt unter anderem von Geschlecht, Alter und Vergleichsgruppe ab.
Wenn dich das genauer interessiert, findest du dazu meinen ausführlichen Beitrag „Ab wann ist man eigentlich groß?“ mit Durchschnittswerten, Perzentilen und einer Einordnung für Deutschland.
Interessant ist außerdem, dass die Weltgesundheitsorganisation WHO die Marke von 1,90 Metern in einem ganz anderen Zusammenhang ausdrücklich erwähnt.
Was sagt die WHO zu Körpergröße und langen Reisen?
Die Weltgesundheitsorganisation untersuchte im Rahmen ihres sogenannten WRIGHT-Projekts den Zusammenhang zwischen längeren Reisen und venösen Thromboembolien.
Die WHO berichtet, dass das Risiko einer venösen Thromboembolie nach Reisen von vier Stunden oder länger erhöht sein kann. Unter den zusätzlichen Einflussfaktoren nennt sie ausdrücklich auch eine außergewöhnliche Körpergröße – darunter Personen, die größer als 1,90 Meter sind.
Wichtig: Daraus lässt sich nicht ableiten, dass ein Sitzplatz mit mehr Beinfreiheit automatisch Thrombosen verhindert. Eine solche Aussage wäre wissenschaftlich nicht belegt.
Es zeigt aber, dass körperliche Voraussetzungen und langes unbewegliches Sitzen bei längeren Reisen durchaus relevante Faktoren sein können.
Quelle: World Health Organization – Study results released on travel and blood clots
Was ist mit den Sitzplätzen am Notausgang?
Bei Diskussionen über zusätzliche Beinfreiheit kommt schnell der Einwand, dass sich viele besonders geräumige Plätze an den Notausgängen befinden.
Das stimmt – und dort muss Sicherheit selbstverständlich immer Vorrang haben.
Passagiere auf entsprechenden Sitzplätzen müssen die jeweiligen Sicherheitsvoraussetzungen erfüllen und dürfen im Notfall die Evakuierung nicht behindern.
Die Petition fordert ausdrücklich keine Ausnahme von Sicherheitsvorschriften.
Genau deshalb sollte eine mögliche Regelung auch nicht ausschließlich auf Notausgangsplätze beschränkt sein.
Viele Flugzeuge verfügen inzwischen über weitere Sitzkategorien mit zusätzlichem Sitzabstand oder mehr Beinfreiheit.
Eine Lösung, bei der Airlines ihre Plätze weiterhin verkaufen können
Mir ist wichtig, dass die Forderung nicht nur gut klingt, sondern auch wirtschaftlich und organisatorisch umsetzbar bleibt.
Eine mögliche Lösung könnte deshalb so funktionieren:
- Ein begrenztes Kontingent vorhandener Extra-Legroom-Sitze wird zunächst für besonders große Passagiere vorgehalten.
- Die Plätze können gegen eine normale Reservierungsgebühr oder einen deutlich reduzierten Preis gebucht werden.
- Sind die entsprechenden Sitze beispielsweise 48 Stunden vor Abflug noch frei, gehen sie wieder vollständig in den normalen Verkauf.
Damit würden die Airlines nicht dauerhaft auf die Vermarktung dieser Plätze verzichten.
Gleichzeitig hätten besonders große Menschen erstmals eine verlässlichere Möglichkeit, einen Sitzplatz zu bekommen, auf dem sie tatsächlich vernünftig sitzen können.
Groß sein bedeutet im Alltag häufig: Standardmaße passen nicht
Flugzeugsitze sind letztlich nur ein Beispiel für ein viel größeres Thema.
Viele Produkte und Alltagsumgebungen sind auf durchschnittliche Körpermaße ausgelegt.
Wer deutlich größer ist, merkt das an vielen Stellen: Betten werden zu kurz, Arbeitsflächen zu niedrig, Kleidung endet zu früh und Sitzplätze bieten zu wenig Raum.
Einige dieser Situationen habe ich bereits in meinem Beitrag über typische Probleme großer Menschen im Alltag gesammelt.
Auch bei anderen Verkehrsmitteln spielt die Sitzplatzwahl eine Rolle. Wenn du häufiger Bahn fährst, findest du deshalb zusätzlich meine Tipps zum Zugfahren als großer Mensch.
Warum ich diese Petition gestartet habe
Auf grosse-menschen.info geht es darum, wie sich der Alltag verändert, wenn Standardmaße nicht mehr wirklich passen.
Viele dieser Probleme wirken für Menschen mit durchschnittlicher Körpergröße zunächst wie Kleinigkeiten.
Wenn man selbst zwei Meter groß ist, begegnen sie einem allerdings ständig.
Beim Fliegen kommt ein entscheidender Unterschied hinzu: Man kann nicht einfach aufstehen und sich einen anderen Stuhl holen.
Man sitzt unter Umständen mehrere Stunden auf einem fest zugewiesenen Platz – und die Abmessungen dieses Platzes kann man nicht verändern.
Deshalb möchte ich mit dieser Petition erreichen, dass Fluggesellschaften zusätzliche Beinfreiheit für besonders große Menschen nicht ausschließlich als Luxusproblem betrachten.
Nicht:
„Wer mehr Platz will, muss eben mehr bezahlen.“
Sondern:
„Wer aufgrund seiner Körpergröße mehr Platz benötigt, sollte dafür eine faire Lösung bekommen.“
Jetzt zählt jede Unterschrift
Eine Petition kann nur dann etwas bewegen, wenn genügend Menschen davon erfahren.
Deshalb freue ich mich natürlich besonders über die Unterstützung anderer großer Menschen.
Aber eigentlich geht es um eine grundsätzliche Fairnessfrage, die auch Menschen betrifft, die selbst problemlos auf einen normalen Economy-Sitz passen.
Soll jemand für eine unveränderliche körperliche Eigenschaft zusätzlich bezahlen müssen, nur um einen normalen Sitzplatz sinnvoll nutzen zu können?
Wenn deine Antwort ebenfalls „Nein“ lautet, kannst du die Petition direkt bei openPetition unterstützen.
KÖRPERGRÖSSE IST KEIN UPGRADE.
Unterzeichne die Petition für eine faire Regelung bei Sitzplätzen mit zusätzlicher Beinfreiheit.
Und wenn du helfen möchtest: Teile die Petition mit anderen großen Menschen, Freunden, Familie, Kollegen und Vereinen.
Körpergröße ist kein Upgrade
Ich erwarte nicht, dass Fluggesellschaften von heute auf morgen sämtliche Flugzeuge umbauen.
Darum geht es bei der Petition auch nicht.
Sitzplätze mit zusätzlicher Beinfreiheit existieren in vielen Flugzeugen bereits.
Die entscheidende Frage ist, wie wir mit diesen Plätzen umgehen, wenn ein Passagier sie nicht nur für zusätzlichen Komfort möchte, sondern aufgrund seiner Körpergröße tatsächlich deutlich stärker darauf angewiesen ist.
Für manche ist mehr Beinfreiheit ein Upgrade. Für sehr große Menschen ist sie häufig Voraussetzung für eine halbwegs normale Sitzposition.
Deshalb:
Körpergröße ist kein Upgrade.
Häufige Fragen zur Petition
Sollen große Menschen künftig kostenlos Business Class fliegen?
Nein. Die Petition fordert ausdrücklich keine kostenlose Business Class. Es geht um bereits vorhandene Sitzplätze mit zusätzlicher Beinfreiheit in der Economy Class beziehungsweise vergleichbaren Sitzbereichen.
Ab welcher Körpergröße soll die Regelung gelten?
In der Petition wird eine Körpergröße von beispielsweise etwa 1,90 Meter als möglicher Orientierungspunkt genannt. Die genaue Ausgestaltung müsste letztlich gemeinsam mit den Fluggesellschaften entwickelt werden.
Sollen Notausgangsplätze automatisch an große Menschen vergeben werden?
Nein. Die bestehenden Sicherheitsvoraussetzungen für Notausgangsplätze müssen vollständig erhalten bleiben. Darüber hinaus gibt es je nach Flugzeug weitere Sitzplätze und Sitzreihen mit größerem Abstand.
Müssen Airlines dafür ihre Flugzeuge umbauen?
Die aktuelle Forderung konzentriert sich auf bereits vorhandene Plätze mit mehr Beinfreiheit. Ein Umbau der gesamten Kabine ist nicht Bestandteil der Petition.
Wo kann ich die Petition unterschreiben?
Du kannst die Petition direkt auf openPetition.de unterschreiben .
Quellen und weiterführende Informationen
- openPetition: Mehr Beinfreiheit im Flugzeug – Körpergröße ist kein Upgrade
- World Health Organization: Study results released on travel and blood clots
- Fliegen als großer Mensch – Tipps für mehr Beinfreiheit im Flugzeug
- Ab wann ist man eigentlich groß?
- Typische Probleme großer Menschen im Alltag
- Zugfahren als großer Mensch – Tipps für mehr Komfort
- Petition für mehr Beinfreiheit im Flugzeug: Körpergröße ist kein Upgrade - 21. August 2026
- Ab wann ist man eigentlich groß? Durchschnitt, Perzentile & Reality-Check - 30. Juni 2026
- Ernährung & Stoffwechsel bei großen Menschen – was ist anders? - 15. Februar 2026







